Veröffentlicht am: 17. Januar 2026

Immer wieder stolpern wir über das Problem, dass wir zwar Dinge vom Kopf her wissen, diese dann motiviert beginnen, sie aber nur kurz durchhalten, weil wir sie nicht langfristig in unseren Alltag implementieren konnten oder der „Schweinehund“ zu groß war.
Ja, das gilt vor allem für unsere „Neujahrsvors…“ – du weißt schon…, das Wort, das du gerade tausendfach liest.
Auch am vergangenen Silvestertag stand ich wieder vor meinem Visionboard und habe mir überlegt, was davon für 2026 noch gilt und was ich entfernen möchte, weil es nicht mehr zu meinem weiterentwickelten Ich und den aktuellen Bedürfnissen passt.
Das ist mein alljährliches Ritual am letzten Tag des Jahres. Ohne dieses setze ich mich weder vor ein Raclette-Gerät noch verlasse ich das Haus in Richtung einer Feier.
Seit mehr als 15 Jahren stelle ich mich zudem alljährlich der weitergehenden Herausforderung, wie ich das gewünschte Ziel oder Vorhaben nachhaltig in eine vernünftige Tages- und Wochenstruktur einbauen könnte.
Vorsätze und Vorhaben sind in den ruhigen Rauhnächten intensiv und so gut angedacht, aber jedes Mal, wenn wir Zeit verstreichen lassen, ist die Hälfte wieder vergessen oder wird von äußerlichen Abläufen verschluckt.
Und dann brauchen wir für ein Projekt wieder viel mehr Energie – zum Anfangen, Fokussieren, Durchhalten und Abschließen.
Eine Gewohnheit braucht angeblich 60 Wiederholungen und im Durchschnitt 66 Tage, um wirklich automatisiert im Alltag durchgeführt zu werden.
Aufgabe schrittweise in Häppchen einteilen, einfache Tricks und konkrete Dinge als Erinnerungshilfen
Vieles habe ich mittlerweile besser hinbekommen, z.B. bei meinen Schreibabläufen, und gemerkt: Es geht, wenn wir kleiner denken. Die Aufgabe schrittweise in Häppchen einteilen und mit einfachen Tricks und konkreten Erinnerungshilfen arbeiten. Lieber nur 15 Minuten, und dann täglich, als gar nicht erst anfangen oder es auf die nächste „passende“ Zeit zu verschieben.
Dabei fällt mir nun ein, dass ich im vergangenen Jahr tatsächlich einige Rituale – mehr als ursprünglich gedacht - erfolgreich etablieren konnte, z.B. einen Ingwer-Zitronendrink, jeden Morgen (für das Immunsystem), ein Glas trinkwarmes Wasser mit Apfelessig und Leinöl (für die Verdauung) und seit wenigen Wochen endlich wieder meine Joggingrunde, weil ich gemerkt habe, dass das Sitzen mehr Schmerzen verursacht als die Überwindung zum Laufen und ich dadurch eindrücklich daran erinnert wurde, dass Bewegung das A und O ist.
Mir hilft zum Beispiel, die Sportsachen schon am Vorabend vor mein Bett zu legen oder einen „Anker“ (z.B. eine Murmel) bildlich oder real in den Händen zu halten, bevor ich einen Vortrag halte, um mein Nervensystem zu beruhigen.
Und so ähnlich können wir es mit allen Ideen für 2026 machen.
Hier teile ich meine wichtigsten Vorhaben mit dir, denn – und das ist ein weiterer Tipp - Verschriftlichen schafft Verbindlichkeit:
Prioritäten setzen, fokussieren, in kleinen Schritten vorangehen, im Alltag dranbleiben, lieber kürzer und häufiger, als lange Mammut-Sessions mit großen Abständen, Angefangenes durchziehen.
Eine hohe Priorität hat: meine Liebsten regelmäßig anrufen, da ich im vergangenen Jahr gemerkt habe, wie schnell es gehen kann, dass man sich nicht mal mehr verabschieden kann. Eine schwere Erkrankung in meinem familiären Umfeld ging glimpflich aus. Gott sei Dank.
Und so starte ich in das neue Jahr und rede nicht von Vorsätzen, sondern von Vor-HABEN, die ich schrittweise und kontinuierlich in meinen Wochenalltag einbaue.
Ungefähr so:
1. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
Zum Beispiel ist meine Joggingrunde eher „meditatives Laufen“. So verbinde ich mein Laufritual damit, meine Gedanken fließen und zur Ruhe kommen zu lassen, und dabei die intuitiv eingeflossenen Ideen für meinen nächsten Blog oder Podcast – unmittelbar am Ende der Runde - in mein Handy zu sprechen und zu verschriftlichen.
2. Sich selbst austricksen:
Ich lege meine Laufsachen vor das Bett und stelle meine Laufschuhe vor die Eingangstür (innen).
3. Ähnliche Dinge mit den immer gleichen Ritualen und Abläufen verbinden:
Das schont unsere noch träge Denkleistungsenergie am Morgen. Damit meine ich kein Multitasking, denn das verzettelt uns, sondern z.B.:
Wasserkocher einschalten – Kaffeemaschine einschalten, Ingwer schälen - Apfel aufschneiden, Ingwer reiben – Apfel reiben (für das Müsli), Zitrone pressen, usw. – achtsam und bewusst ausgeführt.
4. Konkrete oder symbolische emotionale Anker setzen:
Konkrete symbolische Dinge als Erinnerungshilfen bei sich oder in Griffweite tragen und immer wieder in die Hand nehmen (z.B. ein kleiner Schlüsselanhänger, ein Lesezeichen).
oder: Eine Mini-Bewegung festlegen und diese automatisiert mit einer Tätigkeit verbinden, (z.B. in meine Fußsohlen zu spüren, heißt „Ich gönne mir jetzt eine kurze Denkpause.“)
5. So nett wie möglich mit sich selbst umgehen:
Unabhängig davon, was ich alles durchgehalten oder nicht durchgehalten habe, versuche ich, mich nicht zusätzlich für mein Unvermögen zu bestrafen und dennoch genauso ehrlich und schonungslos wie möglich zu mir zu sein.
Ich bin gespannt, was ich in einem Jahr zu diesem Thema schreiben kann.
In diesem Sinne:
Alles Gute für das neue Jahr, Renate
Bildquelle: Pexels